Nachdemim November 1918 König Ludwig III. - wie alle deutschen Fürsten - zurückgetreten war, wurde sein Bild auf den bayrischen Briefmarken zunächst mit "Volksstaat Bayern", wenig später mit "Freisstaat Bayern" überdruckt.

volksstaat bayern freistaat bayern 
 Mit Aufdruck "Volksstaat Bayern"  Mit Aufdruck "Freisstaat Bayern"


In Teilen des Freisstaates wurden jedoch von den Postämtern auch die Germania - Marken des Deutschen Reiches mit dem Überdruck "Freistaat Bayern verwendet.

Da in München während der Räterepublik (7.4. - 2.5.1919) hermetisch agberiegelt und eingeschlossen war, kam keine Post nach München bzw. aus München. Gleichzeitig konnten auch keine Postwertzeichen ausgeliefert werden, wodorch der Pfalz ein Mangel an Briefmarken drohte. Die nach Bamberg ausgewichenen Regierung entschloss kurz, dass die im Reich kusierenden Briefmarken mit dem Aufdruck "Freistaat Bayern" überdrucken zu lassen, so dass die Briefmarkenwerte 21/2, 2, 5, 7 und 10 Pfennige am 17.5.1919 verausgabt werden konnten.

So gelangten am Ausgabetag den 17.5.1919, 48.600 Bögen bzw. 4.860.000 Einzelmarken an die Postschalter.

 

altdeutschland bayern nr 140 

Freimarke Deutsches Reich mit schwarzem Aufdruck

"Freistaat Bayern"

Erster Verwendungstag am 17.5.1919

Bayern (Altdeutschland) Nr. 140, ohne Wasserzeichen

 

Freimarke Deutsches Reich mit schwarzem Aufdruck

"Freistaat Bayern"   

Diese Marken stammen aus dem Bogenunterrand

(Feld 94 u. 95) und trägt die Ur-HAN (1. Hausauftragsnr.)

"H 1804.19" und die den Hausdruck HAN "1224 19" in der gleichen Überdruckfarbe wie "Freistaat Bayern"

altdeutschland bayern nr 140 HAN   URHAN

 

Hier sehen Sie einen hunderter Bogen der 10ner Germania mit dem Aufdruck "Freistaat Bayern".

 100ter bogen altdeutschland bayern nr 140 verkleinert

Bei der Durchsicht des Bogens ist mir eine Druckauffähilligkeit in den Feldern 21, 42, 52 und 100 aufgefallen.

Mancher der sich mit der Philatelie nicht auskennt, wird sich fragen was Felder sind, dies werde ich auch gleich in einem anderen Bild erläutern.

Freistaat Bayern MiNr 140 Feldbezeichung 
Als Feld bezeichnet man die einzelnen Briefmarken, wie im Bild gezeigt. Gezählt werden diese Felder immer von links nach rechts.

 

Diese Druckauffäligkeit habe ich in den Feldern 21, 42, 52 und 100 gefunden. Es handelt sich hierbei um eine Unterbrechung an der Oberlippe.

Bei meinen weiteren Recherchen wurde bisher kein weiterer Bogen mit dieser Druckauffälligkeit gefunden.

 

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altdeutschland bayern nr 140 druckauffaelligkeit 

 

Hier möchte ich Ihn eine Brief vorstellen der am Ausgabetag (15.5.1919) der 10ner Germania mit

dem Aufdruck "Freistaat Bayern" versendet wurde. Dieser Brief zu philatelistischen Zwecken

hergestellt und als Gefälligkeit abgestempelt.

beleg speyer ludwigshafen vs beleg speyer ludwigshafen rs 

Dieser Brief ging von Speyer am 17.5.1919 zwischen 2-3N nach Ludwigshafen am Rhein. Angekommen ist der Brief am 15.5.1919 zwischen 5-6N.

Beschreibung des Einschreibezettel: bayrischer R - Zettel Type 2321 von 1907 /"R" linksstehend.

Nr. breite Antiqua Schrift 3 mm / Ortname gedruckt.

Berechung für Porto nach der Portotabelle Bayern vom 1.10.1918:

Brief Fernverkehr bis 20 gr. 0,15 RM

Gebühr für Einschreiben     0,20 RM

ergibt eine Gesamtgebühr von 0,35 RM wie auf dem Brief.

Auf der Briefrückseite wurde der Ankunkststempel Ludwigshafen a. Rh 3 / _ 5-6N / R aufgebracht.

bei diesem Stempel handelt es sich um eine Spätverwendung des Anilinfabrik - Reservestempel "R"

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altdeutschland kartenbrief k4 vs altdeutschland kartenbrief k4 rs

Kartenbrief mit Wertstempel (hat normaler weise in ungebrauchter Form einen Perforationsrand) Nr. K 4 A (Druckvermerk 11). Dieser Brief wurde von dem Ort Reutti (Reutti (Neu-Ulm), Ortsteil der Kreisstadt Neu-Ulm, Landkreis Neu-Ulm, Bayern) am 29.12.13 abgeschickt nach Stuttgart. Da der Empfänger nicht mehr dort angetroffen wurde, wurde dieser Brief weitergeleitet nach Pontresina einem Ort in der Schweiz (Engadin). Für die Weiterleitung wurden mussten vermutlich 10 Pf. zusätzliches Porto verwendet werden. Porto für Briefe in das Ausland betrug 10 Pf. bis 20 gr. nach der Gebührentabelle vom 1.1.1913.

Stempel Reutti (Typ 37, Verwendung ab ca. 1906).

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altdeutschland bayern muenchen schweiz vs
altdeutschland bayern muenchen schweiz rs 

Brief von München, abgesendet am 10.Okt.1919 nach Genf in die Schweiz. Der Brief wurde nach den Bestimmungen der Verordnung über die Post- und Telegrammüberwachung im Verkehr mit dem Ausland geöffnet, daher auch der Aufkleber als Hinweis. Des Weiteren der Prüfstempel "74" links unten auf der Briefvorderseite.

Die Verodrnung vom 15. November 1918 lautet:

§ 1

  Die Post- und Telegrammüberwachung im Verkehr mit dem Ausland wird bis auf weiteres aufrechterhalten, soweit sie im Steuerinteresse oder aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich ist. Auf militärische oder politische Angelegenheiten darf die Überwachung nicht erstreckt werden.

§ 2

  Die bisherigen Überwachungs- und Überprüfungsstellen bleiben zu dem im § 1 Satz 1 bezeichneten Zwecke bestehen und werden dem Reichsschatzamt unterstellt.

Porto für Briefe in das Ausland betrug nach der Gebührentabelle vom 1.10.1919 - 30 Pf. über 20 gr.

   
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