Lochungen (sogn. Perfin) in Briefmarken

Ca. 1860 wurden in Großbritannien Briefmarken (Postwertzeichen) zur Bezahlung von kleineren Geldbeträgen verwendet. Selbst Postämter haben Briefmarken zurückgenommen, wenn sie in größeren Mengen abgegeben wurden, abzüglich einer kleinen Gebühr.

Bei den Firmen führte das zu Diebstählen von Briefmarken bzw. Postwertzeichen. Um die Markenbestände der Firmen zu schützen, wurden die Marken mit einer Firmenkennung überdruckt.

Nach langjährigen Bemühungen von Joseph Sloper , durften ab 1868 dann auch Buchstaben und Zeichen in Briefmarken gelocht werden.

Selbst Deutschland lief Gefahr, dass Briefmarken entwendetet werden konnten. Auch hier waren Postwertzeichen ein gebräuchliches Zahlungsmittel.

Mit der Generalanweisung vom 2. Juni 1876 (GA E 10 805) durften auch Postwertzeichen in Deutschland mit Lochungen versehen werden.

Die ersten bekannten Lochungen (Perfin) liegt aus dem gleichen Jahr (1876) vor.

Der Höhepunkt der Lochungen (Perfin), kann der Zeitraum von 1910 bis 1935 angesehen werden. In der Zwischenzeit kamen die Freistempel auf und die Lochungen verloren an ansehen und gingen mehr und mehr zurück.

Nach 1945 gab es nur noch vereinzelt Lochungen.

Mit dem Amtsblatt vom 30.03.1965 wurde das Durchlochen von Postwertzeichen zum 1. Januar 1966 verboten, da der Missbrauch des Lochens von Postwertzeichen bei Ausstellungen und insbesondere zur Finanzierung von nicht – philatelistischer Projekt zu nahm.

Erst wurden einzelne Postwertzeichen, stäter ganze Reihen mit der Lochvorrichtung gelocht.

Bei einer Lochung des Postwertzeichens wurde das Markenbild nach oben eingelegt, somit erscheint die Lochung auf der Bildseite richtig stehend und auf der Rückseite des Postwertzeichens seitenverkehrt. Aus Gründen der Vereinfachung wurden die Markenbögen auch gefaltet gelocht. Somit kam es auch vor, dass sogenannte spiegelbildliche Paare vorkamen.

Zurzeit gibt es ca. 15.000 bekannte Lochungen und ca. 20.000 Anwender und es kommen immer wieder neue hinzu oder es gibt Änderungen von schon vorhandenen Lochungen.

So mancher wird sicherlich denken, dass das Bestinnen von Lochungen relativ einfach sei, hier muss man ganz klar wiedersprechen. Auch hier gibt es einiges zu beachten um eine Lochung bestimmen zu können.

Hierzu empfehle ich das Handbuch der ArGe Lochungen für die Bestimmung, was sehr umfangreich ist.

Was muss man alles bei einer Bestimmung beachten:

a.) der Poststempel sollte gut abgeschlagen sein, da es sehr oft vorkommt, dass gleiche Firma an verschiedenen Orten die gleiche Lochung verwenden.

b.) wie groß die Lochung ist (Höhe, Breite) hoch die Lochung ist.

c.) wieviel Löcher die Lochung hat

Quelle: Handbuch der ArGe Lochungen

Hier Empfehle ich auch das Forum der ArGe Lochungen: Zum Forum der ArGe Lochungen

 

Hier einige Beispiele von Lochungen

Soennecken   Schreibwaren   bonn 

Fa. Soennecken Schreibwaren Bonn

Verwendungszeitraum: 1908 – 1942

https://de.wikipedia.org/wiki/Soennecken

 

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Dick Friedrich Esslingen

Friedr.Dick GmbH, Stahlwaren

Verwendungszeitraum: 1896 – 1927

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedr._Dick

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Paul F.Dick, Werkzeuge , Maschinen

Verwendungszeitraum: 1920 – 1926

https://www.dick.de/de/feilen-und-raspeln/ueber-uns-f/historie/

 

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Dresdner Bank   Berlin

Dresdner Bank Berlin

https://de.wikipedia.org/wiki/Dresdner_Bank

 

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Vorwerk Wupperthal Bramen

Vorwerk & S.,Abt.Textilwerk

Verwendungszeitraum: 1893 – 1933

https://de.wikipedia.org/wiki/Vorwerk_(Unternehmen)

 

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Magdeburger Bank Verein

Magdeburger Bank-Verein

Verwendungszeitraum:1912 – 1914

 

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Bild wurde bei der Vergrößerung gedreht um die

Lochnung besser zu erkennen.

Meissen soernewitz

Meissen Sörnewitz

Verwendungszeitraum: 1905 – 1907

https://de.wikipedia.org/wiki/Meisen

 

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Dom Verlag GmbH

Dom-Verlag GmbH Berlin

Verwendungszeitraum: 1921

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Tägliche Rundschau

Verwendungszeitraum: 1901 – 1922

https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%A4gliche_Rundschau_(1881%E2%80%931933)

Zeitgeschichte: http://www.mehrow.de/Presse_und_Literatur/Taegliche_Rundschau/Taegliche_Rundschau_1945.html

 

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Wiedes Papierfabrik

Wiede's Papierfabrik Rosenthal

Verwendungszeitraum: 1904 – 1946

https://de.wikipedia.org/wiki/Zellstoff-_und_Papierfabrik_Rosenthal

 

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